Wie Sie ein Gartentor aus Metall selbst bauen können

Letztes Update: 03.03.24

 

Wenn Sie ein Gartentor selber bauen und dafür Metall verwenden möchten, müssen Sie einige Dinge beachten. In unserem Guide möchten wir Ihnen nicht nur einige Gartentor-Ideen mit auf den Weg geben, sondern verraten Ihnen auch, wie genau Sie das Tor bauen können, welche Materialien Sie benötigen und was Sie sonst noch beachten müssen.

 

Materialauswahl für ein Gartentor Marke Eigenbau

Die Wahl des richtigen Materials für Ihr Gartentor ist von zentraler Bedeutung, da es nicht nur das Aussehen, sondern auch die Funktionalität, Haltbarkeit und Wartungsanforderungen beeinflusst.

  • Stahl: Dies ist das am häufigsten verwendete Material für Gartentore aufgrund seiner Stärke und Haltbarkeit. Stahl kann leicht geformt und geschweißt werden und bietet eine solide Sicherheit. Allerdings kann er rosten, wenn er nicht ordnungsgemäß behandelt und lackiert wird.
  • Edelstahl: Im Vergleich zu normalem Stahl ist Edelstahl korrosionsbeständig. Dies macht es ideal für Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder salzhaltiger Luft. Es ist jedoch in der Regel teurer als normaler Stahl.
  • Aluminium: Es ist leichter als Stahl und rostet nicht, was es zu einer guten Wahl für Gartentore macht. Aluminiumtore sind jedoch nicht so robust wie Stahltore, bieten aber dennoch eine akzeptable Sicherheit für die meisten Haushalte.
  • Schmiedeeisen: Für ein klassisches, kunstvolles Aussehen ist Schmiedeeisen die erste Wahl. Es ist extrem haltbar, aber es kann teuer sein und erfordert regelmäßige Wartung, um Rost zu vermeiden.

Bei der Auswahl des Materials sollten Sie auch die ästhetischen Anforderungen, Ihr Budget und Ihre Fähigkeiten beim Schweißen sowie in Bezug auf die Wartung berücksichtigen.

 

Arten von Metall-Gartentoren

Metall-Gartentore können in verschiedenen Designs und Stilen gefunden werden, je nach den ästhetischen und funktionalen Anforderungen.

Einfache Gittertore: Dies sind einfache, funktionale Tore, die oft für Nebeneingänge verwendet werden. Sie bieten Sicherheit, ohne dabei viel Privatsphäre zu gewähren.

Vollmetalltore: Diese Tore sind aus massiven Metallplatten gefertigt und bieten maximale Privatsphäre und Sicherheit. Sie können mit Designs und Mustern versehen werden, um ästhetischen Charme hinzuzufügen.

Kunstvolle schmiedeeiserne Tore: Diese Tore sind oft handgefertigt und mit verschiedenen Mustern, Ornamenten und Verzierungen verziert. Sie sind nicht nur sicher, sondern auch ein Statement des Stils.

Schiebetore: Diese sind ideal für Orte mit begrenztem Raum. Sie gleiten seitlich auf und bieten dennoch eine gute Sicherheit. Sie sind aber auf zusätzlichen Zubehör angewiesen, dass Sie zukaufen müssen.

Automatische und ferngesteuerte Tore: Diese Tore können mit Sensoren und Fernbedienungen ausgestattet werden, um sie automatisch zu öffnen und zu schließen. Sie sind ideal für diejenigen, die den Komfort schätzen und bereit sind, zusätzlich zu investieren.

 

So bereiten Sie den Bau des Gartentors vor

Bevor Sie sich gleich an die Arbeit machen, sollten Sie einige Vorbereitungen treffen und den Bau planen. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Aspekte für Sie zusammengefasst, die Sie beachten sollten.

Vermessen und planen

Messen Sie zuerst den Bereich, in dem das Tor installiert werden soll. Überlegen Sie sich, welches Design Sie möchten, und skizzieren Sie dieses. Stellen Sie sicher, dass alle benötigten Materialien und Werkzeuge zur Hand sind, bevor Sie mit dem Bau beginnen.

Benötigte Werkzeuge zum Selbstbau

Natürlich brauchen Sie die richtigen Werkzeuge, um ein Gartentor oder ein Zauntor aus Metall selbst bauen zu können. Die folgenden Werkzeuge sollten Ihnen zur Verfügung stehen:

  • Maßband
  • Bleistift
  • Wasserwaage
  • Schweißgerät
  • Schleifmaschine
  • Metallsäge
  • Bohrer

Darüber hinaus benötigen Sie natürlich Zubehör wie Scharniere, Pinsel, Gegebenenfalls Bolzen oder Schrauben sowie Befestigungsplatten oder ein Fundament, auf dem es – wenn erforderlich – zusätzlich verankert wird.

Das ideale Schweißgerät für Ihre Zwecke

Schweißgeräte gibt es in verschiedenen Arten. Dazu gehören MIG/MAG-Schweißgeräte, WIG-Schweißgeräte und Elektroden-Schweißgeräte. Für den Bau eines Gartentors eignet sich besonders das MIG/MAG-Schweißen, da es einfach zu erlernen ist und solide Schweißnähte liefert.

Wenn Sie etwas professioneller arbeiten möchten, kann auch für den Privateinsatz ein günstiges WIG-Schweißgerät (Wolfram-Inertgas-Schweißgerät) in Frage kommen. Mit einem solchen Schweißgerät können Sie deutlich präziser arbeiten, es ist vielseitiger und es ist zudem keine Drahtspule erforderlich. So können Sie professioneller und sauberer arbeiten. Darüber hinaus entsteht weniger Rauch und bei bestimmten Metallen wie Aluminium lassen sich deutlich bessere Schweißergebnisse erzielen.

 

Wichtige Hinweise zu Schweißarbeiten

Schweißen ist eine ernstzunehmende Tätigkeit, die spezielles Wissen und die richtige Ausrüstung erfordert, um sie sicher und effektiv auszuführen. Tragen Sie immer eine Schweißmaske mit dem geeigneten Schutzfilter, um die Augen vor dem hellen Lichtbogen und schädlichen UV-Strahlen zu schützen. Lange Ärmel, Handschuhe und Schweißerschürzen schützen die Haut vor Funken und intensiver Wärmestrahlung.

Schweißarbeiten setzen Gase und Dämpfe frei, die gesundheitsschädlich sein können. Arbeiten Sie daher immer in einem gut belüfteten Bereich oder verwenden Sie gegebenenfalls eine Absaugung.

Entfernen Sie jeglichen Rost, Schmutz oder Farbe von den zu verschweißenden Flächen, da diese Verunreinigungen die Schweißqualität beeinträchtigen können. Wenn Sie noch keine Erfahrung mit dem Schweißen haben oder ein neues Gerät verwenden, nehmen Sie sich etwas Zeit, um an Übungsstücken zu arbeiten, bevor Sie am eigentlichen Projekt beginnen.

Wind und Zugluft können das Schutzgas verdrängen und so die Schweißqualität beeinträchtigen. Schweißen Sie daher wenn möglich in einem windgeschützten Bereich. Je nach Schweißmethode sollten Sie es jedoch vermeiden, im Innenraum zu schweißen, denn die Gase sind nicht zu unterschätzen.

 

Materialmenge abschätzen und bestellen

Die korrekte Schätzung des Materialbedarfs ist entscheidend, um nicht zu viel zu bestellen oder in der Mitte eines Projekts ohne ausreichende Ressourcen dazustehen.

  • Planung und Messung: Zeichnen Sie Ihr Gartentor-Design detailliert und mit genauen Maßen auf Papier. Dies gibt Ihnen eine klare Vorstellung davon, wie viel Material Sie benötigen.
  • Materialverlust berücksichtigen: Fügen Sie zu Ihrer Gesamtberechnung etwa 10% hinzu, um Schnittverluste, Verschwendung oder Fehler auszugleichen.
  • Schweißzusatzstoffe: Denken Sie daran, dass Sie beim Schweißen auch Schweißdraht oder -stäbe benötigen. Die Menge hängt von der Länge der Schweißnähte ab.
  • Bestellung: Es ist oft eine gute Idee, Materialien von einem lokalen Lieferanten zu beziehen, um Versandkosten zu sparen und eventuelle Rückgaben oder zusätzliche Bestellungen zu erleichtern.
  • Lagerung: Stellen Sie sicher, dass Sie einen geeigneten Ort zur Lagerung Ihrer Materialien haben, der sie vor Witterungseinflüssen und Beschädigungen schützt.

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wenn Sie eine Idee im Kopf, einen Plan gemacht und alle Materialien und Werkzeuge beisammen haben, kann es an den Bau des Tors gehen. Sie können sich an den folgenden sechs Schritten orientieren:

  1. Beginnen Sie mit dem Rahmen des Tors. Schneiden Sie die Metallstangen mit einer Metallsäge zurecht.
  2. Schweißen Sie den äußeren Rahmen zusammen.
  3. Schneiden und schweißen Sie dann die inneren Verstrebungen oder Designelemente.
  4. Montieren Sie die Scharniere am Rahmen.
  5. Wählen Sie das passende Schließsystem und installieren Sie es.
  6. Falls gewünscht, fügen Sie ein Schloss oder einen Riegel hinzu.

Das passende Schließsystem finden und installieren

Ein zuverlässiges Schließsystem ist essenziell, um sowohl die Sicherheit als auch die Benutzerfreundlichkeit Ihres Gartentors zu gewährleisten. Es gibt eine Vielzahl von Schließsystemen, die von einfachen Riegeln und Vorhängeschlössern bis hin zu elektronischen und automatisierten Toröffnungssystemen reichen. Bei der Wahl sollten Sie neben Ihrem Budget auch die Sicherheitsanforderungen und den Zugangskomfort berücksichtigen.

Für ein einfaches Gartentor reicht oft ein solider Riegel in Kombination mit einem wetterfesten Vorhängeschloss aus. Wenn Sie jedoch mehr Sicherheit möchten, könnte ein Einsteckschloss oder ein elektronisches Schließsystem die bessere Wahl sein.

Elektronische Systeme können über Tastatureingabe, Fernbedienung oder meist auch per Smartphone gesteuert werden und bieten einen hohen Grad an Sicherheit. Bei der Installation des gewählten Schließsystems ist es wichtig, die Anweisungen des Herstellers genau zu befolgen und sicherzustellen, dass das Schloss oder System fest und korrekt am Tor montiert ist. Es ist auch ratsam, regelmäßige Überprüfungen und Wartungsarbeiten durchzuführen, um die einwandfreie Funktion des Schließsystems zu gewährleisten.

 

Wartung und Nachbehandlung von Metall

Metall – insbesondere wenn es dem Wetter ausgesetzt ist – benötigt besondere Aufmerksamkeit, um seine Langlebigkeit zu gewährleisten. Der erste Schritt nach dem Bau des Gartentors sollte daher das Auftragen einer geeigneten Grundierung sein, die speziell für Metalle entwickelt wurde. Diese verhindert nicht nur die Bildung von Rost, sondern sorgt auch für eine bessere Haftung des später aufgetragenen Lacks.

Nachdem die Grundierung getrocknet ist, sollte ein wetterfester Metalllack in der gewünschten Farbe aufgetragen werden. Dies schützt das Metall zusätzlich vor Witterungseinflüssen und UV-Strahlung und verleiht ihm ein gepflegtes Aussehen. Abgesehen von der regelmäßigen Reinigung des Tors von Schmutz und Ablagerungen empfiehlt es sich, das Metall mindestens einmal im Jahr auf Anzeichen von Rost oder Beschädigungen zu überprüfen. Bei Bedarf können kleine Roststellen mit einer Drahtbürste entfernt und dann neu lackiert werden.

 

Zusätzliche Tipps und Hinweise

Wenn Sie sich für den Bau eines schweren Gartentors entscheiden, kann es sinnvoll sein, direkt vor Ort mit dem Bau zu beginnen. So vermeiden Sie das Anheben und den Transport des Tors, was nicht nur körperliche Anstrengung spart, sondern auch mögliche Schäden am Tor verhindert.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die regelmäßige Wartung des Tors. Durch das regelmäßige Schmieren der Scharniere gewährleisten Sie ein reibungsloses Öffnen und Schließen. Das hält nicht nur das Tor in bestem Zustand, sondern verhindert auch unnötige Geräusche beim Betrieb.

Auch die Oberflächenbehandlung sollte nicht vernachlässigt werden. Überlegen Sie sich, ob Sie dem Metall eine besondere Oberfläche oder Patina geben möchten. Das kann nicht nur ästhetische Vorteile haben, sondern auch zur Langlebigkeit des Materials beitragen.

Denken Sie daran, dass die regelmäßige Überprüfung und Wartung Ihres Gartentors nicht nur dessen Lebensdauer verlängert, sondern auch dazu beiträgt, dass es stets sicher und funktional bleibt. Natürlich können Sie bei Bedarf auf dekorative Elemente hinzufügen und Ihrem Garten eine zusätzliche persönliche Note verleihen.

Fazit

Ein selbstgebautes Gartentor aus Metall ist nicht nur eine kostengünstigere Option, als es zu kaufen, sondern ermöglicht auch ein hohes Maß an Personalisierung. Mit den richtigen Werkzeugen, Materialien, Vorkenntnissen und etwas Geduld können Sie ein langlebiges und attraktives Tor für Ihren Garten schaffen, an dem Sie sich lange erfreuen können.

 

Meistgestellte Fragen zum Bau eines Gartentors aus Metall

Sollten Sie weitere Fragen haben, wie Sie ein Gartentor oder ein Zauntor selber bauen können, stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung. Im Folgenden haben wir die häufigsten Fragen bereits kurz für Sie zusammengefasst und beantwortet.

Kann ich ein Gartentor ohne Schweißkenntnisse bauen?

Es ist möglich, aber Schweißen bietet die stabilste Verbindung. Alternativen könnten Bolzen oder spezielle Verbindungselemente sein.

Wie oft sollte ich das Tor überprüfen?

Mindestens einmal im Jahr, um sicherzustellen, dass keine Reparaturen benötigt werden.

Kann ich ein Gartentor ohne Schweißkenntnisse bauen?

Es ist möglich, aber Schweißen bietet die stabilste Verbindung. Alternativen könnten Bolzen oder spezielle Verbindungselemente sein.

Welche Alternativen gibt es zu Stahl für ein Metallgittertor?

Aluminium ist eine leichte und korrosionsbeständige Alternative, obwohl es weniger robust ist als Stahl. Es gibt auch Kupfer und Bronze, die jedoch teurer sind.

Muss ich das Metall vor dem Lackieren behandeln?

Ja, es ist ratsam, das Metall zu grundieren, um es vor Rost zu schützen und eine bessere Haftung des Lacks zu gewährleisten.

Welche Sicherheitsvorkehrungen sollte ich beim Schweißen beachten?

Neben der richtigen Schutzausrüstung ist es wichtig, in einem gut belüfteten Bereich zu arbeiten, brennbare Materialien fernzuhalten und sich mit den spezifischen Anforderungen und Empfehlungen Ihres Schweißgeräts vertraut zu machen.

Wie pflege ich die Oberfläche meines Metallgartentors, damit es seinen Glanz behält?

Reinigen Sie es regelmäßig von Schmutz und Ablagerungen und tragen Sie gegebenenfalls eine schützende Metalloberflächenbehandlung oder Klarlack auf.

 

 

KOMMENTAR VERFASSEN

0 KOMMENTARE